Odin, seines Zeichens Riesenschnauzer, wurde am 26.9.2020 geboren. Zu Weihnachten fand er ein liebevolles Zuhause, in dem man ihn versuchte, auf ein gutes Hundeleben vorzubereiten. Er lernte viel und in der WhatsApp-Gruppe, die es für seine Besitzer und die seiner sieben Geschwister gab, wusste man nur Gutes über ihn zu berichten.

Leider schlug das Schicksal zu, als er fünf Monate alt war… Der Schwiegervater seines Besitzers erkrankte schwer und wurde von seiner Frau versorgt, weil er zum Pflegefall wurde, doch schon nach kurzer Zeit wurde bei ihr unheilbarer Krebs diagnostiziert. Selbstverständlich, dass sich die Tochter – Odins Frauchen – nun um beide kümmerte. Für Odin blieb da keine Zeit und schweren Herzens trennte man sich von ihm.

Ein Paar mit einer neunjährigen Tochter war auf der Suche und fand in Odin den richtigen Hund um ihre Familie zu ergänzen. Leider entwickelte sich diese Geschichte nicht zum Besten. Odin wurde immer aufdringlicher und setzte immer öfter seinen Willen mit den Zähnen durch. Nachdem sein neues Frauchen gebissen wurde, versuchte man es mit einem Trainer, den Odin scheinbar auf Anhieb unsympathisch fand und ihn deshalb zweimal heftig attackierte. Zum Glück trug der Riese einen Maulkorb, somit wurde der Trainer nicht verletzt. Aber nun war das Maß voll und Odin musste gehen.

Gabi, die den jungen Mann vermittelt hatte, wandte sich an uns und wir nahmen Odin auf, um ein neues Zuhause für ihn zu suchen.

Es dauerte vierzehn Tage, bis sich Interessenten fanden und zwei Wochen weiter zog Odin zum Probewohnen ins Emsland – für drei Tage, dann war es vorbei… Der Rüpel hatte vom ersten Moment an das Kommando übernommen und wieder ging er auf seine Leute los, weil er sich Dinge angeeignet hatte (z.B. ein Handtuch und einen Schal) die er gegen sein zukünftiges Frauchen vehement verteidigte. Bei uns war er dagegen völlig unauffällig gewesen…

Als man ihn an einem Sonntag zurückbrachte, lief er permanent auf 180, biss im Vorbeigehen mich und stellte später Usha in einem Raum an die Wand, verletzte sie nicht unerheblich.

Wir entschlossen uns daraufhin, ihn zunächst einmal in das Karo-Haus mit seinem 2m hohen Zaun zu bringen, um am Montag sicherzustellen, dass er nicht die Mitarbeiter angreifen konnte. Leider mussten wir feststellen, dass der hohe Zaun für ihn kein Hindernis darstellte. Es wurden aufwändige Sicherungsmaßnahmen ergriffen.

Da standen wir nun…! Nachdem wir ihm Finja zur Gesellschaft (und zur Kontrolle) gaben, wurde er immerhin etwas ruhiger. Trotzdem war es nach kurzer Zeit niemandem mehr möglich, normal mit ihm umzugehen, weil er wie aus heiterem Himmel Wutanfälle bekommt, die durch nichts zu erklären sind. Eines steht seither jedenfalls fest: Seine Odyssee ist zu Ende, wir werden ihn nicht mehr vermitteln…

Also mussten wir nach einer physiologischen Ursache suchen. Da er sich nicht so ohne weiteres untersuchen ließ, blieb nur unsere an Diego und Grendel erprobte Pusterohr-Methode übrig. Vor zwei Tagen haben wir ihn so betäubt und Blut abgenommen, um festzustellen, ob vielleicht die Schilddrüse an seinen Wutausbrüchen beteiligt ist…..

Tob e continued….

Kategorien: Unsere Hunde

1 Kommentar

Sigrid Graetsch · 14. Mai 2022 um 12:29 pm

Was ist nur passiert, dass aus einem unauffälligem Hund wie Odin so ein Bösewicht wird? Wie kam es nur dazu? Fragen, die wohl nicht beantwortet werden können. Vielleicht bringt der Gesundheitscheck ja Erklärungen.

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